Das Internet der Dinge

Der technologische Fortschritt ermöglicht nicht nur die mobile und schnelle Kommunikation von Mensch zu Mensch – auch die Dinge sind in der Lage miteinander zu kommunizieren. Mit den Schlagwörtern „Internet der Dinge“ oder „Things that think“ (denkende Gegenstände) wird eine neue Qualität der Vernetzung bezeichnet. Das „Internet der Dinge“ beschreibt eine Welt, in der die Gegenstände intelligent miteinander vernetzt sind, so dass sie kommunizieren können. Die Milchpackung tauscht Informationen mit dem Kühlschrank aus, das Auto kommuniziert mit dem vor ihm fahrenden PKW. All dies geschieht mit Hilfe integrierter Prozessoren, drahtloser Kommunikation und ausgefeilter Sensorik. Die neuen Kommunikationstechnologien versetzen Alltagsgeräte mehr und mehr in die Lage sich auszutauschen und sich „intelligent zu verhalten“.

Einige Errungenschaften – wie z. B. die automatische Zentralverriegelung beim Auto – sind für uns schon seit langem so selbstverständlich, dass wir darüber gar nicht mehr nachdenken, geschweige denn uns darüber wundern. Andere sind im Moment noch Zukunftsmusik. Es wird mit Hochdruck geforscht und entwickelt. „Die technologische Entwicklung ist hierbei geprägt durch die kontinuierliche Miniaturisierung und Leistungssteigerung der aktiven integrierten Schaltungen. Die Anwendung neuer Systemintegrationstechniken reichen von der dreidimensionalen Chipintegration über Polymerelektronik bis zur Integration von elektronischen Baugruppen in völlig neue Umgebungen, zum Beispiel in Kleidung, Brillen, Zeitungen etc. …“ (2)

(2) Herbert Reichl, Jürgen Wolf: Things that think.
TU Berlin – Themenmagazin Forschung Aktuell: Mensch und Maschine
Zitiert nach http://www2.tu-berlin.de/forschung-aktuell/mensch-maschine/reichl.htm

Intelligente Vernetzung – der Megatrend des 21. Jahrhunderts

Intelligente Vernetzung kann in der Industrietechnik ebenso sinnvoll eingesetzt werden wie in der Gebäudetechnik, der Verkehrstelematik, der Energietechniktechnik oder im Gesundheitswesen. Die Anwendungsbereiche dieser neuen Technologien sind vielfältig wie das Leben selbst. Gemessen an den technischen Möglichkeiten steckt die Entwicklung der „denkenden Dinge“ zwar noch in den Kinderschuhen. Die Realisierung ist allerdings nur eine Frage der Zeit und der Akzeptanz durch den „intelligenten Verbraucher“.

Was macht uns so sicher, dass diese umfassende Vernetzung der Dinge Realität wird? Eine Frage, auf die Friedemann Mattern – Informatiker und Professor an der ETH Zürich – Antwort gibt: „Ganz einfach, weil es technisch geht! Bei den großen Technologietrends – Mikroelektronik, drahtlose Kommunikation, Sensortechnik, neue Materialien – ist kein Ende des Fortschritts absehbar. Wenn diese Technologien verschmelzen, führt das fast automatisch zu „Smart Objects“. Diese nehmen ihre Umwelt wahr, verarbeiten Daten und kommunizieren mit anderen Objekten – die Informatisierung unserer Welt wird rapide zunehmen. Das wird uns wie unsichtbare Magie vorkommen, von Intelligenz würde ich dennoch nicht sprechen. Dazu fehlt den Objekten das Weltwissen und die Fähigkeit zur Interpretation, wie wir Menschen sie haben – und das wird wohl auch die nächsten 20 Jahre so bleiben.“ (1)

(1) Siemens: Pictures of the Future, Herbst 2005
Friedemann Mattern im Interview mit Bernd Müller, S. 22